Apnoe-Erfahrungen

Sonderkurs Apnoe 1 - Ostern 2008

Im Wasser reflektiert die Natur den Klang der Stille… diese Worte haben uns, die Kursteilnehmer des ersten Apnoeeinsteigerkurses bei der Tauchschule Büdingen, neugierig gemacht. Also trafen wir uns am Karfreitag zum Theorieteil in der Tauchschule und es war schnell klar, die richte Truppe hatte sich gefunden. Mit Werners Wissen, Claus ergänzenden Worten und unseren Fragen hatten wir schnell die wichtigsten Regeln zum Tauchen ohne Gerät herausgearbeitet. Es folgte eine entspannende Yogaeinheit, die trotz oder gerade wegen des kuscheligen Beisammenseins eine gute Vorbereitung auf die Aufgaben des Nachmittages war. Vom Sonnengruß (der an diesem Karfreitag wohl besser „Regenhallo“ hätte heißen sollen) über die Dehnung der Nackenmuskeln bis hin zu einer Hyperventilationsdemo führte der Yogateil.

 

Nach dem Mittagessen und einem entsprechenden Verdauungsspaziergang, der mit einer Off – Road Einheit glänzte, ging es in Richtung Büdinger Badewelt. Nach dem Umziehen wendeten wir gleich die Yogakenntnisse vom Vormittag an, um uns auf das Tauchen ohne Luft vorzubereiten. Ziel sollte es sein, die Gedanken aufzulösen um völlig eins zu werden mit dem nassen Element. Im Wasser stand der Spaß an erster Stelle. Wir übten Wenden und das Sichern unseres freitauchenden Partners. Einige kratzten schon zart am eigenen Rekord, weil es immer der Kopf ist, der die Führung übernimmt. Manch einer kam schon beim Sichern seines Apnoeisten an die Grenzen des machbaren… der Unterschied zwischen der speziellen Ausrüstung und der alltagstauglichen Schwimmbadausrüstung war teils deutlich zu merken. Auch eine lohnenswerte Erfahrung, denn so war doch schnell klar, dass der Gruppenzusammenhalt ein ständiges aufeinander achten mit sich brachte. Wir hatten Vertrauen und konnten uns aufeinander verlassen!

 

Eine schöne Erkenntnis am ersten Tag. Beim 8-er drehen und synchron Wenden konnte man den Zusammenhalt deutlich spüren. Zum Abschluß standen drei Versuche im Zeittauchen an. Das bloße auf dem Wasser liegen, Kopf nach unten und auf das erste Bauchzucken hören war ungewohnt und diskussionswürdig. Wie ist dieses Zucken? Wie fühlt es sich an? Wann kommt es vor? War es das jetzt? Bin ich zu früh hochgekommen? Sind mir meine Muskeln bewusst? Vielleicht zu bewusst? Die Länge des Zeittauchens beschäftigte uns noch auf der Heimfahrt. Am nächsten Tag trafen wir uns gleich im Schwimmbad und begannen mit unseren Yogaübungen um den anstehenden Aufgaben ruhig zu begegnen. Eigene Rekorde knacken stand auf dem Tagesplan. Das Streckentauchen verlief organisierter als am Vortag, wir waren nun geübt und eingespielt. Unser Vertrauen wuchs und wir nutzen die Entspannungstechniken und konzentrierten uns. Siehe da, die Rekorde purzelten!

 

25Meter, 30Meter, 40Meter, 50Meter sogar 65Meter wurden ertaucht! Taten regierten das Becken!

 

Nach einer Stunde ging es zum Zeittauchen und auch hier wurde uns schnell klar was der Wille bewegen kann. „Gleich kommt sie hoch.“ spornte eher an als zu warnen, weil es immer der Kopf ist, der die Führung übernimmt. Sicherlich sind unter uns einige Teilnehmer des Sonderkurses Apnoe 2 … denn wir wollen uns den Klang der Stille im Freiwasser nicht entgehen lassen!


von Dori

 


Tauchen ohne Luft macht Spaß,

doch hier wird man trotzdem naß.

Der Werner sagt die Übung an,

jeder macht das, was er kann.

Leistungsdruck den gibt es nicht,

Werner hält was er verspricht!

 

Die Länge der Strecke ist völlig egal,

das Sichern ist für uns ganz normal.

Am Ende des Tauchgangs wird sich gedreht,

egal wie weit er ist, Dein Weg.

So zeigst Du Deinem Begleittaucher an,

bis hier tauchen, das ist es, was ich kann!

 

Wie lange Du tauchst kann keiner sagen,

doch willst Du einen Rekord erjagen,

dann wechseln wir uns beim Sichern ab,

sonst wird die Luft der Begleitung knapp.

 

Die Flossen sind lang,

 

die Flossen sind groß,

 

der Schlag hat klang,

das Gefühl ist famos.

 

Ohne Gerät durch das Wasser zu pflügen,

nicht zu genießen, das wäre lügen!

Der Kopf will die Führung, unser Weg ist das Ziel,

die Strecke vor uns, wir wollen viel.

 

Rekorde knacken, Bestzeiten anpeilen,

vorher konzentriert verweilen.

Ruhe finden, dann geht es los,

danach fühlt sich jeder groß.

 

Der Klang der Stille,

stark ist Dein Wille.

Ohne Luft die Zeit vergessen,

Deine Kraft und Dein Können selber ermessen.


von Dori

 


Apnoe Sonderkurs 2 am Bodensee

"Im Rausch des Bodensees"

Nachdem schon Ostern 2008 eine größere Gruppe apnoeinteressierte Gerätetaucher den SK1 unter Hallenbedingungen absolviert hatte, trafen nun, am 16. august 2008, vier Mitglieder dieser Gruppe am Bodensee wieder zusammen, um den SK2 im Freiwasser in angriff zu nehmen. Unsere Gruppe setzte sich aus den "Lehrlingen" Ute, anke, Heiko und Claus, dem Apnoelehrer Werner, seinem asisstenten Zülfikar, dem Sicherungstaucher Erik und den Organisatoren und Tauchlehrern Conny und Michael zusammen.

 

Unser Apnoekurs begann um 10:00 Uhr mit einem ausführlichen Briefing. auf unsere Fragen gab es gewohnt sachkundige Antworten und im direkten Anschluss wurden, speziell für das Tieftauchen, geeignete Atemübungen - und Techniken gezeigt und geübt. Ermutigende und aufmunternde Worte schlossen die morgendliche Besprechung ab. Nach dieser kleinen Theorielektion ging es in die erfreulich klaren und ruhigen Fluten des Bodensees. am Tauchereinstieg Überlingen Campingplatz wurden zwei Bojen mit sicherungsleinen gesetzt. Als kleines Highlight wurde ein ca. 1 x 1,5 m großes Tor auf 10 m Tiefe hinab gelassen, in der Hoffung, dass uns dieses Ziel beim abstieg eine kleine psychische Hilfe ist, da sich alle Kursteilnehmer das Ziel 10 m + X setzten.

 

Nun waren wir im Wasser der Puls stieg langsam aber stetig und so ganz ruhig war wohl keiner mehr von uns. Und so galt es am Besten an nichts zu denken, denn iwe Jacques Mayol schon sagte: "Du musst es tun ohne zu denken. Du musst eins werden mit dem Zustand des Nichtatmens.", so traf dies nun auf uns zu. Abtauchen und Kopfausschalten, denn der Körper sagt Dir wann es Zeit ist umzukehren. Diese Worte sollten nunmehr in die Tat umgesetzt werden. Doch dies ist leichter gesagt als getan! Unsere Apnoe- und Tauchlehrer tauchten als erste ab und überprüften die Grundgewichte, Sicherungsleine sowie die richtige Verankerung und Tiefe des "10 m Tores". Danach richtete sich die ganze Aufmerksamkeit von Werner, Zülfikar und Michael auf uns und es ging endlich los.

 

Einer nach dem anderen tauchten wir ab, erkundeten die ersten Meter und tasteten uns Zentimeter für Zentimeter nach unten. Die Sonnenstrahlen brachen sich im Wasser und tänzelten in und her.

 

Das befürchtete schwarze, unendliche Nichts blieb aus und man begann das ersehnte Tor zu erahnen, dann sah man es und immer schneller kam es schließlich näher. Nach dem ersten Schnupperabstieg, wobei jeder eine Tiefe von 7 - 8 m erreichte, steigerten sich alle Kursteilnehmer und knackten die magische 10 m Marke. Im Soge dieses Erfolges wurde das Tor gleich mehrfach durchtaucht. Leider gab es dann einige Probleme zu verzeichnen. Ein Ziehen in der Stirn - und Kiefernhöhlen sowie Schwierigkeiten beim Druckausgleich machten hauptsächlich zwei Mitstreitern zu schaffen und das angestrebte X hinter der 10 wurde vorerst von diesen nicht mehr als Ziel anvisiert. Der erste Tauchgang endete damit, dass alle Teilnehmerbis zu 5 Abstiege absolvierten und ihr Mindestziel von 10 m Tauchtiefe erreicht haben. Im Nachhinein erwies sich die kleine moralische Torunterstützung als überaus gelungene Idee. Nach einer kurzen Pause und Besprechung der ersten Abstiege begann ein zweiter Tauchdurchgang. Auf Wunsch aller, fand dieser an der vor Ort vorhandenen Steilwand statt. Auch dort purzelten die Tiefenrekorde. Das Vertrauen in die eigenen Fähig- und Fertigkeiten wuchs, die Blockade im Kopf löste isch und schon gelang alles leichter und einfacher. Nach jedem Abstieg steigerte sich die Begeisterung für das Tieftauchen und jene Apnoeisten, welche mit Beeinträchtigungen zu kämpfen hatten, begnügten sich mit einer Tiefe um 5 m, tauchten an der Steilwand entlang und erkundeten dort die Schönheit der Natur. auch beim zweiten Tauchgang wurden bis zu 5 Abstiege bewerkstelligt und allmählich machte sich erschöpfung und Hunger breit.

 

Die daher eingelegte Pause nutzen ein jeder zur Regeneration und zum aufladen der Akkus. auch nutzten wir die Zeit, um ein kleines Zwischenbriefing durchzuführen. Unsere Ausbilder und Wir, die angehenden Apnoeisten, waren zufrieden mit den erreichten Leistungen, auch unter Beachtung der Schwierigkeiten, die leider auftraten. Neue Ziele wurden gesteckt und das uns entgegengebrachte Vertrauen sowie der Glaube an uns, sollte uns beflügeln beim dritten und vierten tauchgang noch über uns hinauszuwachsen. Ausgeruht und gesättigt erfolgte nun der Dritte und Vierte Akt des SK2. Ein weiterer Höhepunkt erfolgte in Form einer Schlauchbootsfahrt quer über das "schwäbische Meer". Gegen 15:30 Uhr begannen wir in der Marienschlucht des Bodensees mit dem dritten Tauchgang. es wurde wieder eine Boje mit Taucherflagge und Sicherungsseil gesetzt, doch widmeten wir Kursteilnehmer unsere Aufmerksamkeit lieber der dortigen Steilwand, welche zu den schönsten Tauchplätzen zählt. Und so verwunderte es nicht, dass die unternommenen Apnoe-Exkursionen jedermann begeisterten. Schließlich wurde damit begonnen die Gruppe in Zweierteams aufzuteilen. Wir tauchten nun nicht mehr NUR mit Lehrer ab, sondern wir tauchen allein als Team.

 

Unsere Apnoemeister schauten uns nur zu und sicherten uns indirekt. dies mussten wir ab diesem Zeitpunkt untereinander selbst abklären. so wurden wir angehalten uns gegenseitig zu vertrauen und zu sichern. Die Teampartner wechselten und so tauchte und sicherte jeder jeden. Defizite beim sichern konnten so von uns selbst und vom Tauchlehrer festgestellt und gleich besprochen werden.

 

Während des vierten Tauchgangs wurde nochmals die Problematik des Rettens eines ohnmächtigen Apnoeisten in den Vordergrund gestellt, durchgesprochen und geübt. Die letzten beiden Tauchgänge waren, unserer Ansicht nach, die schönsten und erfolgreichsten. die Abstiege gelangen immer besser und aus dem anfänglichen Strampeln und Wassertreten wurde ein fast graziles Hinabgleiten. Und so endete am späten Nachmittag, eines wunderschönen, sonnigen Tages, unser Apnoetieftauchseminar. Beim abschließenden Re-Briefing zogen alle Beteiligten eine durchweg positive Bilanz. die erreichten Tiefen, die Bewegungsabläufe während der Tauchphasen, Abtauchtechnik und tauchstil haben nicht nur bei unseren Instruktoren einen bleibenden eindruck hinterlassen! Zu übende Abläufe, wie das sichern, sowie neu angepeilte Ziele wurden besprochen, selbstkritische Meinungen eines Jeden wurden angehört und wie sich herausstellte hat Conny, unsere Tauchlehrerin, an diesem Nachmittag sogar den Tagesrekord mit einer ertauchten Tiefe von 20 m aufgestellt und somit den Vogel des Tages abgeschossen.

 

Aber Spaß beiseite, besonders beeindruckt waren unsere Ausbilder vom Sicherheitsverhalten ihrer Zöglinge. Unser auf Sicherheit und nicht auf Leistung, auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten, orientiertes tauchen, wurde überaus lobend erwähnt, denn falsche Ziele und falscher Ehrgeiz können den Tod beim Apnoetauchen bedeuten. Diese sicherheitsorientierte Einstellung ist unsere Lebensversicherung! Diese Tatsache müssen wir uns beim Tieftauchen ständig bewusst sein und vor Augen halten. Hören wir auf unseren Körper und nehmen kleinste Anzeichen von Unwohlsein ernst, passen wir unsere Ziele unserem Können und den körperlichen sowie geistigen Voraussetzungen an, so können wir noch lange die reize des Apnoetauchens genießen und mit anderen Tauchfreunden teilen. Mein Fazit lautet, die älteste und ursprünglichste Form des Tauchens hat alle begeistert. Und so kann ich nur Dori`s abschließende Worte, aus ihrem Bericht über den SK1 wiederholen, "Wir sollen uns den Klang der Stille im Freiwasser nicht entgehen lassen".

 

Der Kurs hat Lust auf MEHR gemacht, auch wenn wir, Ute, Heiko, Claus und ich, die Anweisungen unserer Coachs gut umzusetzen wussten, so gebührt der Dank für diese wunderbaren Erlebnisse unseren Apnoelehrern Werner und Zülfikar und den Organisatoren Conny und Michael, ohne deren Engagement, Einfallsreichtum und die zu spürende Lust an der Freude, der Kurs nur halb so interessant verlaufen wäre.

 

Anke

"Dori"